GoSpecial ist 30

GoSpecial gibt seit 30 Jahren Antworten auf aktuelle spirituelle Fragen

 10:30 am 22. Februar 2026

Bürgerzentrum 65760 Niederhöchstadt, Montgeronplatz 1

Mit Klaus Douglass und GoSpecial-Team

Der Eintritt ist frei.  S3/S4 Anbindung über Bahnhof Niederhöchstadt oder Parkmöglichkeiten direkt am Bürgerzentrum Niederhöchstadt/Montgeronplatz 

GoSpecial ist 30

Kai Scheunemann schreibt:

Am 10. Dezember 1995 – bin ich am späten Nachmittag aus der Landeshauptstadt Wiesbaden, wo ich damals gelebt habe, in ein Kaff namens Niederhöchstadt gefahren. Mein Freund Klaus Douglass bat mich, beim ersten GoSpecial aller Zeiten als „Externer Kritiker“ meine Meinung zu ihrem Gottesdienst-Abenteuer zu schreiben. Er wusste, dass ich meine Diplomarbeit zu Willow Creek und dem Thema „Kirche für Distanzierte“ geschrieben hatte.  

Nun, es gab tatsächlich einiges zu kritisieren: das Theaterstück über zwei Waschmittel war… nun ja, gut gemeint. Klaus hat viel zu lange gepredigt und die weiße Alba und der Segen am Ende passten einfach nicht in diese Art von Gottesdienst. ABER!!! Der Weg vom Parkplatz am Bürgerzentrum zur Gemeinde war mit Fackeln beleuchtet, was eine einzigartige Atmosphäre schuf. Die Kirche war voll und eine fröhliche Spannung lag in der Luft. Vor allem aber leuchteten die Augen der Mitarbeitenden vor ansteckender Begeisterung. Und allein die Tatsache, dass Klaus nicht nur mich um ein ehrliches Feedback bat, sondern dass die Besucher einen Feedbackbogen ausfüllen konnten, war verheißungsvoll.  

Neun Monate später wurde ich der erste Angestellte des Gemeindeaufbauvereins (GAV), mit der Aufgabe den GoSpecial gemeinsam mit dem damaligen Vikar Fabian Vogt zu leiten: ein Abenteuer! Den ersten Geburtstag feierten wir schon im übervollen Bürgerzentrum. Wenige Monate später mussten wir den GoSpecial wegen Überfüllung zwei Mal nacheinander anbieten. Dann wechselten wir ganz ins Bürgerzentrum und feierten den GoSpecial 3-mal hintereinander: um 16:30, 18:30 und 20:30 Uhr. Die Mitarbeitenden waren von mittags 12:00 bis nachts um 24:00 Uhr im Einsatz. Monat für Monat. Das Bier um Mitternacht in der Küche gehörte genauso zum GoSpecial-Ritual dazu, wie die legendären jährlichen Mitarbeiter-Freizeiten. Dann kam der erste Mitternachts-GoSpecial im Kinopolis – mit anschließender Premiere von „Herr der Ringe“. Um 6 Uhr morgens torkelten wir fröhlich und erfüllt aus dem Kino nach Hause. Es folgten Gemeindekongresse, der Kirchentag „Just-go“ mit dem Musical „Gott“ in der Jahrhunderthalle, den wir mit hunderten von Gemeinden in Deutschland feierten, die sich mit uns und von uns inspiriert auf den Weg gemacht haben, Gottesdienste und Gemeinde neu zu entdecken. Zu diesem Abenteuer gehörten aber genauso enttäuschte Hoffnungen, ausgebrannte Mitarbeitende, gebrochene Herzen und misslungene Experimente wie z.B. „GoSpecial 2.0“, um nur eines von vielen zu nennen. Das pralle Leben mit all seinen Höhen und Tiefen.

Und doch gibt es den GoSpecial heute noch. Hat Covid über den You-Tube-Kanal und dem Podcast überlebt. Erreicht immer noch kirchendistanzierte und suchende Menschen. Ja, die 20-40jährigen kirchendistanzierte Männer, die vor 30 Jahren unsere Zielgruppe war, sind mit den Gründern fröhlich in die 40er bis 60er Jahre gereift. Aber auch in dieser Altersgruppe leben noch viele tausend Menschen im Nachbarschaftsraum, die sich nicht vorstellen können, dass Kirche spannend, relevant, fröhlich und modern daherkommen kann. Der Auftrag bleibt, eine Kirche für Distanzierte zu sein. 

Ich bin so überglücklich, dass ich Teil dieses Abenteuers sein durfte und freue mich schon jetzt riesig auf den 22.2.2026, wenn wir 30 Jahre GoSpecial mit allen Ex- und Jetzt-Mitarbeitenden, mit uns allen und der GoSpecial-Gemeinde feiern werden.